Klima-Experten aus einem Dutzend Ländern trafen sich in Mexiko-Stadt zum Austausch ihrer Erfahrungen und Herausforderungen sowie den gewonnenen Erkenntnissen mit der Umsetzung ökosystembasierter Anpassungsmaßnahmen (EbA).

Eröffnungs-Panel: Renán Poveda- Weltbank, Amparo Martínez- INECC, Andrea Kuhlmann- GIZ.
Eröffnungs-Panel: Renán Poveda- Weltbank, Amparo Martínez- INECC, Andrea Kuhlmann- GIZ.

Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Regierungsumfeld, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft sowie 13 Vertreter aus verschiedenen Ländern wie Costa Rica, Kuba, den Philippinen, Mexiko, Peru, Südafrika, Thailand und Uruguay trafen sich in Mexiko-Stadt zum Erfahrungsaustausch bezüglichder Umsetzung ökosystembasierter Anpassungsmaßnahmen (EbA). Zu den diskutierten Themen zählten die institutionelle Ausgestaltung von Governance-Strukturen, Finanzierungsprozessen und der Verfahrenspriorisierung sowie die Vorstellung anschaulicher Beispiele aus der Praxis hinsichtlich  ökosystembasierter Anpassungsmaßnahmen (EbA), die in verschiedenen Sektoren umgesetzt werden. Beispielsweise wurden auch Bereiche ökosystembasierter Anpassungsmaßnahmen (EbA)  angesprochen, die normalerweise eher im Zusammenhang mit harten Standortfaktoren, zum Beispiel Tourismus, der Konstruktion von Staudämmen oder Küstenschutzmaßnahmen, stehen.

Dieses internationale Experten-Treffen geht auch auf die Bestrebungen des Nationalen Instituts für Ökologie und Klimawandel (Instituto Nacional de Ecología y Cambio Climático, INECC) zurück, Ergebnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung von EbA-Maßnahmen im Rahmen des Projekts „Anpassung der Feuchtgebiete im Golf von Mexiko hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels“ („Adaptación de Humedales Costeros del Golfo de México ante los impactos del Cambio Climático“) mit den verschiedenen Institutionen und Akteuren zu teilen. Das genannte Projekt wird über den Global Environment Fund (GEF) durch die Weltbank finanziert.

Die Workshop-Komponente des internationalem Meetings erleichterte den Austausch bezüglich gemeinsamer Herausforderungen in verschiedenen Arbeitsgruppen zu Themen wie effizienten Governance-Mechanismen, Auswirkungen auf den Politikprozess, Risikoreduzierung im Katastrophenfall, Stärkung der Resilienz von betroffenen Gemeinden sowie der Inklusion der Gender-Perspektive bei der Umsetzung von EbA-Lösungen. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die relevanten Bestandteile hinsichtlich Monitoring und Evaluierung (M&E) von EbA-Projekten. Im Einzelnen wurden vier Kategorien möglicher Indikatoren angesprochen: (1) soziale Indikatoren, 2) Umwelt-Indikatoren (Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen), (3) Governance-Indikatoren sowie (4) wirtschaftliche Indikatoren.

Des Weiteren ermöglichte die internationale Konferenz, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die mexikanische Perspektive und Erfahrung im Anpassungsbereich zu informieren. Die Abteilungsleiterin für Anpassung an den Klimawandel im Nationalen Institut für Ökologie und Klimawandel (Instituto Nacional de Ecología y Cambio Climático, INECC), Dr. Cecilia Conde, stellte im Rahmen der Konferenz den mexikanischen Kontext in Bezug auf die Herausforderungen des Klimawandels vor. Zudem gab Dr. Conde einen Überblick über die nationalen und internationalen Verpflichtungen auf dem Gebiet der Anpassung.

Darüber hinaus wurden aktuelle Themen der gegenwärtigen Diskussionen über Bestandteile von EbA sowie deren Umsetzung zur Erreichung von wirkungsorientieren Ergebnissen, die höchsten qualitativen Ansprüchen genügen, angesprochen. Die Diskussion wurde von Alexandra Köngeter, Beraterin für das Globalvorhaben „Mainstreaming EbA“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, angeleitet. Dieses Globalvorhaben wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Xochimilco
Xochimilco

Am letzten Tag der Konferenz besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen einer Exkursion die „Schwimmenden Gärten“ von Xochimilco, welche Weltkulturerbe der UNESCO sind. Der Ausflug in das größte Naturschutzgebiet der mexikanischen Hauptstadt hat aus erster Hand ein Bewusstsein für Umweltthemen und   -initiativen sowie für den Erhalt der traditionellen Landwirtschaft in dieser einzigartigen Umgebung geschaffen. Der Besuch fand mit Unterstützung durch Dr. Elsa Valiente, Gründerin der NRO „Redes“ („Netzwerke“), statt. Diese Organisation setzt sich seit dem Jahr 2007 aktiv für die Erhaltung der Biodiversität in Xochimilco und die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft in den „Chinampas“ (schwimmende Anbauflächen) ein.

Die internationale Konferenz wurde vom 28. bis 30 September 2016 in Mexiko-Stadt durch das INECC, die GIZ und die Weltbank organisiert.

Die Agenda und die zugehörigen Präsentationen können unter folgenden Links abgerufen werden:

Agenda Encuentro Internacional AbE
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