Das mexikanische Emissionsregister (Registro Nacional de Emisiones, RENE) ist eine Datenbank für THG-Emissionen, das auf einem Bottom-Up Ansatz basiert. Das Register ermöglicht es, Emissionsreduktionen zurückzuverfolgen und Emissionstrends zu bewerten. Unternehmen sind ab 2015 verpflichtet, ihre THG-Emissionen zu melden. Sie können dank des Registers eine Baseline berechnen und sich neue Emissionsminderungsziele setzen, um anschließend ihre Emissionssenkungen zu melden, um in Zukunft am Emissionsmarkt teilnehmen zu können.

Zusammen mit dem Umweltministerium (Secretaría de Medio Ambiente y Recursos Naturales, SEMARNAT) organisierte die GIZ am 21. Juli 2014 einen Workshop, an dem VertreterInnen der Abteilung Klimapolitik (Dirección General de Políticas para el Cambio Climático, DGPCC) der SEMARNAT, des Nationalen Instituts für Ökologie und Klimawandel (Instituto Nacional de Ecología y Cambio Climático, INECC), der Kohlenstoff Plattform MéxiCO2 und der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) teilnahmen. Ziel des Workshops war es, die für die Entwicklung des RENE zuständigen mexikanischen Behörden über deutsche Erfahrungen auf diesem Gebiet zu informieren.

RENE
Grafik: RENE Berichterstattungssystem (SEMARNAT)

Soffía Alarcon Diaz (DGPCC) stellte den derzeitigen Entwicklungsstand des Emissionsregisters in Mexiko dar und erläuterte, dass das bereits seit Jahren funktionierende Register zur Erfassung von Emissionen und Übertragung von Schadstoffen (Registro de Emisiones y Transferencia de Contaminantes, RETC) als Grundlage für das RENE dienen wird. Unternehmen, deren jährlicher CO2-Ausstoß die 25.000 tCO2-Grenze überschreitet, müssen ab März 2015 nicht nur ihre Schadstoffemissionen, sondern auch jährlich ihre THG- und Russemissionen melden. Das RENE wird außerdem auch über einen zusätzlichen Teil für die Berichterstattung über Emissionsreduktionen (zum Beispiel durch den Ankauf von Emissionszertifikaten des freiwilligen Marktes aus Wettbewerbsgründen) verfügen.

Jürgen Landgrebe (DEHSt) erklärte die Grundlagen des Emissionsregisters in Deutschland und erzählte über die im Laufe der Jahre gewonnenen Erkenntnisse, die für Mexiko von Relevanz sein könnten. Im deutschen Kontext stellt das Emissionregister neben einer Anlagendatenbank auch Emissionstransaktionen im Rahmen des Europäischen Emissisonshandels (EU-ETS) dar.

  • Das RENE sollte über ein solides System für Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) verfügen und finanzielle Strafen für Non-Compliance der Unternehmen vorsehen.
  • Zentral ist die entsprechende Kommunikation von Zielen und  Funktionsweise des RENE. Unternehmensvertreter sollten ausgebildet und ein Benutzerhandbuch erstellt werden.
  • Sofern Mexiko zukünftig ein Emissionshandelssystem etablieren sollte, könnte eine Sondersektion des RENE Emissionsströme und Markttransaktionen wiederspiegeln.
  • Ein Sicherheitssystem, das die Authentifizierung der Benutzer garantiert, ist unerlässlich.
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Workshop zum Emissionsregister in Mexiko – Deutschland gibt „lessons learnt“ an den Projektpartner weiter

Abschließend wurde vereinbart, dass die GIZ SEMARNAT in derEntwicklung eines Benutzerhandbuchs zum Emissionsregister unterstützen wird. Nächste Schritte wurden definiert und  SEMARNAT bedankte sich bei GIZ und DEHSt für die Durchführung des Workshops und sprach sich für eine Weiterführung der Zusammenarbeit zwischen der GIZ und SEMARNAT im Bereich der Messung, Berichterstattung und Verifizierung aus.

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